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Via Belgica 
im Tagebau Hambach

Fast neun Kilometer der antiken Fernstraße sind seit 1978 dem Tagebau Hambach gewichen. Ermöglicht wurden dadurch systematische archäologische Untersuchungen: Erstmals konnte ein so langer Abschnitt einer römischen Staatsstraße intensiv erforscht werden. Die bis Ende der 1990er Jahre durchgeführten Grabungs- und Prospektionsmaßnahmen erlaubten ganz neue Einblicke in das antike Straßenwesen und die römische Siedlungslandschaft.

Der Aufbau des antiken Straßenkörpers wurde durch zahlreiche Profilschnitte untersucht. Die Breite der gesamten Straße betrug – von Graben zu Graben – etwa 25 Meter. Der Straßendamm aus Kies war an seiner Sohle etwa sieben Meter breit und bis zu 60 Zentimeter mächtig. Neben mehreren Ausbauphasen und Reparaturen ließen sich an vielen Stellen die von schweren Wagen eingegrabenen Fahrspuren erkennen. Gesäumt wurde der Damm beiderseits von so genannten Sommerwegen, die nach außen wiederum von Straßengräben begrenzt waren.

Die Randbebauung der Straße bestand neben Einzelhäusern und Gutshöfen, deren Areale nah an den Straßenraum heranreichten, auch aus Gebäudekomplexen, die zur Infrastruktur der Verkehrswege gehörten: Eine durch einen Graben abgegrenzte Gebäudegruppe bei Eschergewähr z.B. war wohl eine zivile Straßenstation, wo Reisende Unterkunft und Verpflegung fanden. Auf eine ähnliche Situation stießen die Archäologen westlich von Steinstraß. Die zahlreichen Gräber beiderseits der Via Belgica waren z.T. in Friedhöfen gruppiert, z.T. mit Grabbauten versehen. Außerdem fanden sich Kultareale und Befestigungsanlagen. Insgesamt ergaben die 20 Jahre archäologischer Forschung das Bild einer dicht besiedelten Landschaft entlang der römischen Fernstraße.